Wasserdicht oder wasserabweisend – der Unterschied
Beide Wörter stehen auf Etiketten, und sie bedeuten nicht dasselbe. Der Unterschied entscheidet, ob du nach zwei Stunden Regen trocken bist.
Wasserabweisend heißt: eine Beschichtung
Auf dem Gewebe sitzt eine Ausrüstung, an der Wasser abperlt. Bei Nieselregen und kurzen Schauern funktioniert das gut. Bei Dauerregen saugt sich der Stoff irgendwann voll, und die Nässe kommt durch. Die Beschichtung lässt außerdem mit jeder Wäsche nach und muss erneuert werden.
Wasserdicht heißt: eine Membran und dichte Nähte
Hier arbeitet eine Membran, die Wasser von außen abhält und Wasserdampf von innen durchlässt. Entscheidend ist aber etwas anderes: die Nähte. Jede Naht ist ein Loch im Material. Sind die Nähte nicht verschweißt oder verklebt, hilft die beste Membran nichts – das Wasser kommt an den Nähten herein.
Beim Kauf lohnt deshalb der Blick auf die Angabe „verschweißte Nähte“ oder „getapte Nähte“. Fehlt sie, ist die Jacke im Zweifel wasserabweisend, auch wenn oben „wasserdicht“ steht.
Was die Wassersäule aussagt – und was nicht
Die Wassersäule wird in Millimetern angegeben und beschreibt, wie viel Wasserdruck das Material aushält, bevor es durchlässt. Grobe Orientierung: unter 5.000 mm reicht für leichten Regen, ab 10.000 mm wird es für längeren Regen brauchbar, höhere Werte für Dauerregen und Druckstellen unter Rucksackgurten.
Die Zahl sagt nichts über Atmungsaktivität. Eine Plastiktüte hätte eine enorme Wassersäule und wäre unbrauchbar.
Warum du innen nass wirst, obwohl die Jacke dicht ist
Beim Aufstieg produziert der Körper mehr Wasserdampf, als jede Membran abtransportieren kann. Das Ergebnis fühlt sich wie eine undichte Jacke an, ist aber Kondens von innen. Zwei Dinge helfen: langsamer gehen, bevor du ins Schwitzen kommst, und Belüftungsöffnungen nutzen, wenn die Jacke welche hat.
Pflege entscheidet über die Lebensdauer
Wasserdichte Ausrüstung verliert ihre Wirkung vor allem durch Schmutz und Waschmittelreste, nicht durch Alter. Verwende Spezialwaschmittel für Funktionskleidung und keinen Weichspüler: der legt sich auf die Membran und macht sie dicht. Perlt Wasser nicht mehr ab, hilft oft schon Nachimprägnieren.
Wo du weitersuchst
Die äußere Schicht findest du bei Jacken und Westen, den Aufbau darunter bei Shirts und Pullovern und Hosen und Shorts. Was genau bei einem Artikel zutrifft, steht in der jeweiligen Produktbeschreibung.